Baumpflege - ABC

Fachbegriffe rund um die Baumpflege verständlich erklärt.

vom Anfahrschaden bis zum Zugversuch

Anfahrschaden

Beschädigung eines Baumes durch Fahrzeuge, Baumaschinen oder andere mechanische Einwirkungen. Anfahrschäden können die Vitalität sowie die Stand- und Bruchsicherheit beeinträchtigen.

Artenschutzprüfung

Untersuchung, ob geschützte Tier- oder Pflanzenarten durch eine geplante Maßnahme beeinträchtigt werden könnten.

Astring

Verdickter Gewebeübergang zwischen Ast und Stamm. Beim fachgerechten Baumschnitt bleibt der Astring erhalten, um eine optimale Wundheilung zu ermöglichen.

Ausgleichsmaßnahme

Naturschutzfachliche Maßnahme zum Ausgleich von Eingriffen in Natur und Landschaft, beispielsweise durch Ersatzpflanzungen oder die Schaffung neuer Lebensräume.

Baumgutachten

Fachliche Bewertung des Zustands eines Baumes mittels herkömmlicher Verfahren. Ein Baumgutachten dient als Entscheidungsgrundlage für Baumerhalt, Sicherungsmaßnahmen oder notwendige Fällungen.

Baumkataster

Digitales Verzeichnis aller Bäume eines Bestands mit Standort, Art, Zustand und Kontrollfristen.

Baumkontrolle

Regelmäßige Sichtprüfung eines Baumes zur Beurteilung seiner Verkehrs- und Standsicherheit. Dabei werden Schäden, Krankheiten und mögliche Risiken frühzeitig erkannt.

Baumpflege

Alle Maßnahmen, die der Gesundheit, Sicherheit und langfristigen Erhaltung eines Baumes dienen. Dazu gehören beispielsweise Kronenpflege, Totholzentfernung und Jungbaumpflege.

Baumschutzsatzung

Kommunale Vorschrift zum Schutz bestimmter Bäume. Sie regelt häufig Fällungen, Eingriffe und Ersatzpflanzungen.

Baumstatik

Fachgebiet zur Beurteilung der Stand- und Bruchsicherheit von Bäumen unter Berücksichtigung biologischer und mechanischer Eigenschaften.

Baumwertermittlung

Verfahren zur Bestimmung des monetären Werts eines Baumes, etwa nach Beschädigungen oder bei Versicherungsfällen.

Bohrwiderstandsmessung

Verfahren zur Untersuchung der Holzqualität im Bauminneren. Dabei wird der Widerstand beim Eindringen einer feinen Messnadel ausgewertet.

Bruchsicherheit

Widerstandsfähigkeit eines Baumes gegen das Brechen von Stamm oder Ästen unter Last.

DIN 18920

Norm zum Schutz von Bäumen, Pflanzbeständen und Vegetationsflächen während Baumaßnahmen.

Eichenprozessionsspinner (EPS)

Schmetterlingsart, deren Raupen feine Brennhaare besitzen. Diese können bei Menschen und Tieren Hautreizungen, Atemwegsbeschwerden und allergische Reaktionen auslösen.

FLL-Baumkontrollrichtlinie

Bundesweit anerkannte Richtlinie für die Durchführung und Dokumentation von Baumkontrollen.

Grünastabwurf

Ein natürlicher Vorgang, bei dem Bäume lebende, noch grüne Äste gezielt abwerfen. Dies geschieht meist als Reaktion auf Stress, etwa Trockenheit, Nährstoffmangel oder hohe Temperaturen, um Wasser zu sparen und die Stabilität des Baumes zu erhalten. Insbesondere bei Eichen, Buchen und Pappeln zu beobachten.

Habitatbaum

Baum mit Höhlen, Totholz oder Rissen, der Lebensraum für Tiere und Pilze bietet und besonders schützenswert ist.

Habitatstruktur

Besondere Strukturen am Baum, die Lebensräume für Tiere bieten, beispielsweise Höhlen, Spalten, Totholz oder Astabbrüche.

Hyphen

Hyphen sind die fadenförmigen Grundbausteine eines Pilzes und meist mit bloßem Auge nicht sichtbar. Sie durchziehen Holz, Boden oder andere organische Materialien und bilden gemeinsam das sogenannte Myzel, über das sich der Pilz ausbreitet und Nährstoffe aufnimmt.

Kronensicherung

Einbau von Seil- oder Gurtsystemen in die Krone, um bruchgefährdete Äste zu sichern und den Baum zu erhalten.

Kronensicherungssysteme

Dynamisches oder statisches Seilsystem zur Sicherung bruchgefährdeter Kronenteile. Ziel ist der langfristige Erhalt des Baumes bei gleichzeitiger Minimierung des Bruchrisikos.

Lichtraumprofil

Der freizuhaltende Raum über Straßen, Wegen und Grundstücken, damit Verkehr und Nutzung nicht beeinträchtigt werden.

Pilzfruchtkörper

Sichtbarer Teil eines (holzzersetzenden) Pilzes. Sein Auftreten kann auf Schäden oder Fäulnis im Baum hinweisen.

RAS-LP 4

Regelwerk zum Schutz von Bäumen und Vegetationsflächen im Straßen- und Landschaftsbau.

Reaktionsholz

Vom Baum gebildetes Holz zur Stabilisierung von Ästen oder Stämmen, die besonderen Belastungen ausgesetzt sind.

Resistograph

Messgerät zur Durchführung von Bohrwiderstandsmessungen. Mit einer feinen Sonde werden Fäulnis, Hohlräume und geschädigte Holzbereiche im Bauminneren erkannt (siehe auch "Schalltomografie")

Schalltomografie

Bildgebendes Messverfahren, das über Schalllaufzeiten Fäulen und Hohlräume im Stamm sichtbar macht.

Seilklettertechnik (SKT)

Schonendes Arbeitsverfahren für Baumpflegearbeiten, bei dem Kletterseile anstelle von Hubarbeitsbühnen eingesetzt werden.

Standsicherheit

Fähigkeit eines Baumes, den auf ihn wirkenden Belastungen wie Wind, Schnee oder Eigengewicht dauerhaft standzuhalten.

Stammfuß

Übergangsbereich zwischen Stamm und Wurzelwerk. Dieser Bereich ist besonders wichtig für die Beurteilung der Standsicherheit.

Umweltbaubegleitung

Fachliche Begleitung von Bauvorhaben zur Einhaltung naturschutzrechtlicher Vorgaben und Schutzmaßnahmen.

Verkehrssicherheit

Zustand eines Baumes, bei dem keine unzumutbaren Gefahren für Menschen, Fahrzeuge oder Gebäude ausgehen.

Wundholz

Gewebe, das der Baum zur Überwallung von Schnittstellen oder Verletzungen bildet. Es dient dem natürlichen Abschluss und Schutz von Wunden.

Wurzelraum

Der von Baumwurzeln durchzogene Bodenbereich, der für die Versorgung und Stabilität des Baumes entscheidend ist.

Wurzelvorhang

Spezielle Maßnahme beim Bauen in Wurzelnähe. Freigelegte Wurzeln werden geschützt, um Schäden und Austrocknung zu vermeiden.

ZTV-Baumpflege

Anerkannte Regelwerke für die fachgerechte Durchführung von Baumpflegemaßnahmen in Deutschland.

Zugversuch

Verfahren zur Bestimmung der Stand- und Bruchsicherheit eines Baumes. Durch kontrollierte Zugkräfte wird die Belastung eines starken Windereignisses simuliert. Die Messergebnisse ermöglichen eine fundierte Aussage über die Reststandsicherheit des Baumes.

Auszug – das Lexikon wird laufend erweitert.

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